Dienstag, 28. Februar 2012

Jahreszeiten


Sterben ist wie der Wechsel der Jahreszeiten, ein Kontinuum. Dieses Verständnis ist von höchster Bedeutung in der Erhaltung von Stabilität und Handlungsfähigkeit in jenem Moment. Die meisten Menschen leben nie vollständig, aufgrund ihrer Angst vor dem Tod.
Leben und Tod sind Teile eines Zyklus. Sterben ist genauso wunderbar wie der Wechsel der Jahreszeiten; alt werden ist so wundervoll wie die Schönheit des Herbstes. Wenn man bewußt und aufmerksam gelebt hat, wird der Tod zu einer weiteren Qualität, die es zu erforschen gilt. In älteren Kulturen, in denen Leben und Sterben zu Hause geschieht, ist der Tod etwas, an dem jeder ohne Furcht Anteil nimmt. Wir bemühen uns, mögliche Schulden auszugleichen und anderen etwas zu schenken, da man eine Reise nicht mit unvollständigem oder überflüssigem Gepäck antreten möchte.
In der heute so geschäftigen Zeit bleibt das enorme Potential vieler Menschen wegen der Angst vor dem Tode unverwirklicht. Diese irreale Angst vor dem, was irgendwann jeden ereilt, verhindert oft die volle Teilnahme eines Menschen am Leben, so dass man möglicherweise aus Angst vor dem Versagen einiges gar nicht erst unternimmt. Der weise Mensch kultiviert jeden Moment seines Lebens als eine Gelegenheit, die Natur des Geistes und der Beziehungen zu erkennen. In der Kultur der Tsalagi heißt es, dass man einundfünfzig Jahre benötigt, um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden. Also wird ein langes Leben angenommen, und man wird dazu ermutigt, jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte.
Als Kinder wurde uns gesagt, dass diejenigen, die in Harmonie mit den heiligen Zyklen leben und die heiligen Praktiken klar beibehalten, oft ein langes Leben genießen. Lebenszyklen von 120 Jahren sind unter den Hütern des Feuers nicht ungewöhnlich.
Eine bedeutende Vision in den Weltanschauungen der Tsalagi und anderer Urvölker Amerikas besagt, dass der Tod kein Ende darstellt, sondern lediglich eine Veränderung. Genauso wie wir glückliche Beziehungen kultivieren, pflanzen wir auch die Saat für den positiven Übergang von dieser Welt in eine andere. Es ist gut.

Aus: Am Feuer der Weisheit von Dhyani Ywahoo


Kommentare:

  1. wundervolle Worte!

    liebe Grüße
    Dörte

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  2. Hallo, liebe Gabi ...

    Dankeschön, dass Du mich darauf hingewiesen hast!!
    Seltsamerweise lässt sich die Firma nicht verlinken ..*kopfschüttel*.., aber ich habe die www-addi für Dich und alle anderen jetzt in meinen post gesetzt.
    D.h. für Dich natürlich auch gleich hier, damit Du schnellstens Zugang zu deren Seite hast:

    http://www.gustini.de/gustini.html

    Bin gespannt, ob Dir die Produkte gefallen?!

    Ganz liebe und herzige Grüße
    *Angela*

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  3. Sehr weise gesprochen!
    VG
    Elke

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